NPD-Parteitag in Coppenbrügge

Am Samstag, den 18.09.93 fand in Coppenbrügge in Uhde's Hotel der Parteitag der neofaschistischen NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands) statt. Die NPD wurde 1964 unter entscheidender Beteiligung von Alt-Nazis als Projekt der DRP (Deutsche Reichspartei) gegründet. Die NPD sollte als Sammelbecken der Alt- und Neofaschisten dienen. Der heutige Vorsitzende der NPD , Günter Deckert , ist wegen Volksverhetzung, Verleumdung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener verurteilt worden. Im Mittelpunkt der NPD stehen die Geschichtsfälschung wie das Leugnen der Vergasung der jüdisch gläubigen Menschen, das Verharmlosen der Verbrechen der Nazis, Menschenfeindlichkeit, Terror gegen Andersdenkende.... Mörder und Brandstifter , wie Michael Peters (Mölln) oder Heinrich Förster (versuchter Mord in Schwerin) finden sich nicht gerade selten in dieser Partei.

Die NPD mußte dieses Jahr einen Parteitag durchführen, um nächstes Jahr überhaupt als Partei noch existieren und an den Wahlen teilnehmen zu können. Jahrelang haben aufrechte Menschen den Parteitag der NPD verhindert. In Uhde's Hotel haben die Alt- und Neofaschisten ihr Ziel erreicht.

Wer nichts wird, wird Nazi-Wirt?

Der Wirt von Uhdes Hotel, Dieter Lamprecht, kündigte den Faschisten die Räumlichkeiten bewußt nicht, "er wolle nur Umsatz machen". Im Fernsehen erklärte Lamprecht, er dachte "es handelte sich um eine Bauernpartei". Ein kleiner Versprecher, der die Wahrheit durchscheinen läßt. Lamprecht wollte zu keinem Zeitpunkt die Faschisten raus-schmeißen. Die Polizei bot ihm sogar an zu räumen, wenn er der NPD die Räumlichkeiten kündigen würde. Selbst der Gemeinderat konnte in Gesprächen daran nichts ändern.

Der Pastor Klaus-Hinrich Meyer-Bothling verkündete, daß die Alt- und Neonazis um 17.00 Uhr gehen würden. Ob er diese Lüge bewußt oder unbewußt erzählte, ist noch unklar. Sorge machten ihm aber nicht die NPD-Mörder und Brandschätzer, man müsse ja alle Meinungen akzeptiern, sondern Coppenbrügge könnte Schaden durch die Gegendemonstranten nehmen.

Der Widerstand gegen den NPD-Parteitag

Viele aufrechte BürgerInnen aus Coppenbrügge standen dagegen Reihe in Reihe mit Menschen aus Berlin, Hamburg, Göttingen, Hameln etc., ob nun vermummt oder nicht, um gegen diese Nazi-Terroristen anzu-kämpfen. Dieser Protest blieb friedlich, die Polizei schützte das Hotel und die tagenden NPD'ler. Anfangs gab es noch Ablehnung gegenüber vermummten AntifaschistInnen. In Gesprächen wurde aufgeklärt, daß dies aufgrund der Überwachung und Verfolgung durch politische Polizei und ihre Kameras notwendig ist. Auch wenn mensch nichts zu verbergen hat.

Coppenbrügger BürgerInnen und Landfrauen boten sogar Suppe, Schokolade, Wasser und Kekse an. In anderen Städten wurde für Neofaschisten gesammelt, in Coppenbrügge kämpften BürgerInnen mit AntifaschistInnen gegen die Neonazi-Mörder und ihre Parteien an.Scharfe Polizeihunde wurden rücksichtslos gegen friedliche DemonstrantInnen eingesetzt. Die Hunde waren so aggressiv, daß sogar ein Polizist gebissen wurde.

Der Einsatz des SEK

Als die Neofaschisten gegen 22 Uhr zu Ende getagt hatten und die Knüppelgarden des SEK (Sonder-Einsatz-Kommando) vom BGS mit Hubschraubern herangeflogen waren, bildeten die Demonstranten eine Gasse für den Abzug der Naonazis. Das SEK ging dann mit dem Schlagstock gegen alle Demonstranten , ob BürgerIn aus Coppenbrügge oder AntifaschistIn aus anderen Orten, vor und ließ die Demonstranten die Staatsmacht spüren. Das SEK prügelte minutenlang auf die friedlichen Demonstranten ein. Es gab mehrere Schwerverletzte unter den Demonstranten. Trotz mehrmaliger Aufforderung weigertes sich die Notfallärztin, die AntifaschistInnen zu behandeln. Allerdings nachdem das SEK prügelte. Die Polizei schützte wieder einmal die Nazis vor Bürgern und anderen AntifaschistInnen. Die Gewalt ging ausschließlich vom SEK (nicht von der normalen Polizei!!) aus.

Die Dewezet "Reportage" von ube

Ulrich Behmann (ube), der durch Radau-Journalismus bekannte Dewezet-Reporter, zeichnete sich wie auch hier durch Bild-Zeitungspropaganda aus. Kein Wort über die Nazi-Terroristen, kein Wort über die Gefahren des Neofaschismus und lauter Unwahrheiten über die Geschehnisse in Coppenbrügge. Da ist die Rede von "militanten Gruppen", "von Brüllen", "die Menschenmenge gröhlt", Worte die werten und vernichten sollen. Aber auch Unwahrheiten wie "Erst wars friedlich, dann flogen Steine" scheinen Sudel-Behmann nicht zu irritieren. Während der ganzen Veranstaltung flog nicht ein einziger Stein. Das ist schmieriger Gossen-Journalismus!!

Der Griesser-Kommentar

Auch Rechtsaußen Griesser bläst zur Hetzjagd natürlich nicht gegen seine ideologischen Gesinnungsfreunde, sondern gegen "Autonome und andere Extremisten"! Opfer werden wie üblich wieder zu Tätern gemacht.

Die aktiven Coppenbrügger BürgerInnen, die gegen den Nazi-Terror demonstrierten, werden in Griessers "Kommentar" zu Unterstützern von Gewaltkrawallen. Ewiggestrige, die Rechts=Links gleichsetzen, können jubeln. Griesser, der vor Ort nicht gesehen wurde, kommentierte nur Sudel-Behmann, er ebnet damit den Weg für weiteren Nazi-Terror.

In der Unterstützung von Faschisten hat die Dewezet ihre Tradition. Bereits 1932 unterstützte sie das Wahlbündnis der NSDAP mit den nationalkonservativen Parteien und half damit, den Faschisten an die Macht zu kommen.