Rassismus in Voremberg

Die Dewezet berichtete in ihrem Artikel "Lassen Sie uns Menschen.." über die Info-Verantaltung vom 15.04.93. Thema sollte die weitere Unterbringung von Flüchtlingen in Voremberg sein. Nach dem Dewezet Artikel mußte ich mich fragen, ob überhaupt ein Reporter der Dewezet bei dieser "Veranstaltung" anwesend war. Der Bericht entspricht leider nicht der Realität. Das möchte ich an einigen Punkten deutlich machen.

1. Die Gesprächsrunde soll angeblich sachlich verlaufen sein. Die anwesenden "braven BürgerInnen" schäumten nur so vor Rassismus. Mit Rassismus hat mensch es zu tun, wenn körperliche oder geistige Unterschiede zwischen den Menschen als Ausdruck einer von Gott oder der Natur gegebenen und gewollten unterschiedlichen Wertigkeit dargestellt werden. Menschen haben unterschiedlichen Wert. Die Mehrheit der anwesenden "braven deutschen Voremberger" sind mehr Wert als Roma und Sinti. Flüchtlinge und Migranten ok, solange sie wie Deutsche aussehen und sich so benehmen. Das war der Konsens der "Veranstaltungen". Die anwesenden Voremberger vermittelten diesen Eindruck mit wüstesten Hetztiraden und Lügen über Flüchtlinge. Sie verstiegen sich sogar bis zur Drohung "das Problem Flüchtlingsheim selbst in die Hand zu nehmen". Welche eine sachliche Diskussion!? Angekündigt wurde die Bildung einer "Bürgerwehr". Wie mensch sieht ist Rassismus ein Bestandteil des Neofaschismus.

2. Für Unruhe sorge angeblich die gemeindeeigene Unterkunft. Ja, so werden Opfer zu Tätern gemacht.

Nicht die Flüchtlinge sind das Problem, sondern der alltägliche Rassismus dieser Biedermänner.

"Wirtschaftsasylanten", "Sozialhilfemißbrauch","Asylantenflut" sind die gefallenen Stichwörter des alltäglich Rassismus. Wörter werden zu Waffen, zu Propagandainstrumenten. Nehmen wir z.B. das Wort "Asylantenflut". Zum einen gibt es überhaupt keine Asylanten, es gibt nur Flüchtlinge. Das Wort stammt aus dem NPD-Sprachgebrauch der 80er Jahre und ist von der CDU und den Medien zuerst hoffähig gemacht worden. In Verbindung mit dem Wort Flut, das eine Bedrohung darstellt, eine Bedrohung, die sogar Menschen töten kann, werden Flüchtlinge razzfazz zu einer lebensbedrohenden Gefahr.

3.Von den Flüchtlingen würden "Unruhe und Angst" verbreitet. Auch diese Aussage macht die Opfer wieder zu Tätern. Unruhe und Angst verbreiten die Dorfbewohner, die vor rassistischen Orientierungen im Kopf, die Wahrheit nicht mehr auf den Schirm kriegen. Insbesondere die neofaschistische Bürgerwehr stellt eine Gefahr, wenn nicht sogar eine kriminelle Vereinigung i.S. d. § 129a StGB dar. Davon geht die Gefahr und Unruhe aus. Wir werden ein Rostock in Voremberg nicht zulassen.

Voremberger, wehrt Euch gegen diesen Rassismus. Wir lassen nicht zu, daß unsere ausländischen Freunde und Freundinnen beleidigt, bedroht, genötigt, verletzt oder sogar getötet werden!!